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31.10.2021, 17:23 Uhr | Prof.Dr.med. Christian Zippel, SU Pankow
Boosterimpfung
Lassen Sie sich impfen!

Eine dringliche Bitte: Lassen Sie sich boostern

In den letzten Tagen wurde vom Robert-Koch-Institut (RKI) mitgeteilt, dass es an einigen Tagen zu mehr als 1000 sogenannten Impfdurchbrüchen mit Covid 19-Virus gekommen ist. Der Begriff Impfdurchbruch bedeutet, dass sich Menschen trotz vollständiger Impfung mit dem Coronavirus infizieren und erkranken können.

Offensichtlich reicht der Impfschutz gegen Corona nach einer gewissen Zeit nicht mehr aus, um vor einer Infektion mit Corona zu schützen, vor allem vor ihrer Delta-Variante, einer aggressiven Abart des Corona 19-Virus. Dabei darf es kein Trost sein, dass Personen, die von einem Impfdurchbruch mit einer Corona-Infektion betroffen wurden, überwiegend keine oder nur geringe Krankheitssymptome aufwiesen. Denn es traten auch schwere Krankheitsverläufe auf, die häufig so lebensbedrohlich waren, dass Intensivbehandlungen in Krankenhäusern erforderlich wurden.

Vollständig Corona-Geimpfte können Impfdurchbrüchen entgegen zu wirken, indem sie eine Auffrischung der Impfwirkung durch eine erneute, in der Regel dritte Impfung erhalten – was als Boosterung bezeichnet wird. Die Booster-Impfung sollte sechs bis acht Monate nach der zweiten Dosis gegeben werden, wie aktuell die Europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt, bei stark geschwächtem Immunsystem sollte die dritte Impfung sogar bereits ab 28 Tage nach der zweiten Dosis erfolgen.

In Deutschland wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen, dass generell bei über 70-jährigen Personen Booster-Impfungen durchgeführt werden, sofern die zweite Corona 19-Impfung sechs Monate und mehr zurück liegt. 

Für die Booster-Impfungen werden die Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna empfohlen, während die von AstraZeneca und Johnson & Johnson für die Boosterungen kaum noch verwendet werden, weil ihre Schutzwirkung geringer ist als die der Impfstoffe von Biontech und Moderna. Diese Impfstoffe stehen ausreichend für das Boostern zur Verfügung, bei beiden sind die Nebenwirkungen relativ gering, halten nur wenige Tage an, falls es überhaupt dazu kommt.

Wegen der hohen Gefahr von negativen Folgeerscheinungen durch Impfdurchbruch mit Coronavirus-Infektion ist vor allem älteren Personen zu raten, bei ihrem Hausarzt oder Hausärztin vorstellig werden, um sich boostern zu lassen. Mit einer Wiederauffrischung des Impfschutzes schützt man nicht nur sich selbst, sondern hilft, die Inzidenz, das heißt die Zahl an Corona-Neuinfektionen insgesamt zu senken.

 

 Prof. Dr.med. Christian Zippel, Mitglied der Seniorenunion Berlin-Pankow

aktualisiert von Dagmar Marquard, 31.10.2021, 17:25 Uhr