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10.07.2020, 12:36 Uhr
Für eine starke SPK!
Es ist ein Ungeist unserer Zeit, alles Bestehende zu hinterfragen, gar ablösen zu wollen. Genügend Kräfte streben darauf hin, selbst die erfolgreichen und bewährten Strukturen von Staat und Gesellschaft möglichst ideologisch umzuwandeln oder gleich zu entfernen. Selten werden Organisationen zerschlagen, um sie zu verbessern. Die CDU Pankow Süd positioniert sich ganz klar gegen die Anempfehlung des beauftragten Wissenschaftsrates, die traditionsreiche Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) aufteilen und damit auflösen zu wollen.
Allein schon die gelieferte Begründung, nämlich dass die Einrichtung „dysfunktional“ sei, können wir nicht nachvollziehen. Zwar hat sich bei mehreren Bau- und Realisierungsvorhaben in der Vergangenheit gezeigt, dass Prozesse lange dauern  – doch ist das bei Bauprojekten eher die Regel als die Ausnahme. Die Leistungen der SPK große Pläne umzusetzen können sich hier vielmehr sehen lassen, beispielsweise im Vergleich zum BER. Seit rund 20 Jahren wird mit den Arbeiten auf der Museumsinsel, am Deutschen Historischen Museum und auch am Humboldt-Forum konsequent an der Optimierung einer baulichen Substanz gearbeitet, die unter Krieg und Teilung zu leiden hatte– und zwar mit sichtbaren Ergebnissen.

Außerdem hält das Gutachten fest, dass es an Personal fehlt. Sollte nicht dort entgegengesteuert werden? Die Stiftung Preußischer Kulturbesitzt leistet mit ihren 2000 Mitarbeitern und zahlreichen Einrichtungen eine hervorragende und nicht zu unterschätzende Kulturarbeit für Berlin, Deutschland und die ganze Welt. Kultur und Denkmäler erhält sie seit Jahrzehnten erfolgreich und macht sie in würdigen Nutzungskonzepten einer möglichst breiten Masse zugänglich. Neben einer Vielzahl weiterer bedeutender Aufgaben möchten wir hier auch auf die ausgezeichnete Arbeit der SPK auf dem Gebiet der archäologischen Forschung verweisen. Ohne Ihre Unterstützung wären viele Grabungsprojekte, nicht zuletzt im Nahen Osten, gar nicht möglich gewesen. Die wertvolle Arbeit der SPK hat unser aller Wertschätzung verdient. Wir sind bereit sie zusätzlich mit dem Notwendigen auszustatten, für voreilige Namensspielerein sind wir nicht zu haben. "Stützen statt zersplittern" ist unser Motto.

Gerade die enge Einflechtung in Bund und Länder verlangsamt Entscheidungsprozesse bei Bauvorhaben, wissenschaftlicher und kultureller Arbeit und nimmt dabei oft die nötige Flexibilität. Wäre dann nicht viel eher eine noch stärkere Emanzipation der Stiftung vonnöten, als sie zu zerschlagen? Wir sehen nicht, wie hier noch mehr Landes- und Bundesbürokratie helfen soll.

Und so scheint es, als seien es eher kulturpolitische und kulturideologische Gründe, die hier eine Rolle spielen. So verwundert es auch wenig, dass durch die anvisierte Zerschlagung in vier neue Organisationen ebenfalls vier neue, lukrative und hochdotierte Posten geschaffen werden. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.
10.07.2020, 18:05 Uhr